Über mich
Hey, ich bin Jonathan – 25 Jahre alt, querschnittsgelähmt seit meiner Geburt. Für viele mag das Leben im Rollstuhl unvorstellbar sein, aber für mich ist es das, was ich kenne. Es ist mein Alltag, mein Leben – und der Rollstuhl ist einfach nur ein Teil davon. Er definiert mich nicht, und ehrlich gesagt, denke ich selten darüber nach. Was mich jedoch wirklich antreibt, ist der Wunsch, ein erfülltes Leben zu führen – mit allem, was dazu gehört. Das bedeutet für mich: keine Sonderbehandlung, keine Ausreden. Einfach mitten ins Leben springen, auch wenn das manchmal komplizierter ist als bei anderen.
Schon früh habe ich gelernt, dass die Dinge nicht immer einfach sind. Vor allem die Schulzeit war für mich eine harte Zeit. Mobbing wegen meiner Inkontinenz – ja, ich spreche das offen an, weil es einfach ein Teil meines Lebens ist und ich kein Blatt vor den Mund nehme – hat mir oft das Gefühl gegeben, nicht dazuzugehören. Und das tat weh. Doch genau in diesen Momenten habe ich begonnen, zu verstehen, was es bedeutet, wirklich stark zu sein. Nicht die Stärke, die man äußerlich sieht, sondern die innere Stärke, die einem sagt: „Du schaffst das! Du bist mehr als das, was andere über dich denken.“ Es war manchmal verdammt einsam. Aber ich wusste, dass ich mich selbst nicht aufgeben darf.
2016 war dann ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich bekam eine Sepsis und wäre fast gestorben. Diese Erfahrung hat mir die Augen geöffnet. Sie hat mich wachgerüttelt und mir gezeigt, wie zerbrechlich das Leben ist. Ich lag im Krankenhaus, kämpfte um mein Leben und plötzlich war da diese Klarheit: Das Leben ist kurz und kostbar, und ich will es nutzen – so gut ich kann, trotz allem. Nach dieser Zeit begann ich, mich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Ich wollte verstehen, wie ich trotz all der Rückschläge, all der körperlichen und emotionalen Herausforderungen, ein glückliches und erfülltes Leben führen kann.
Aber die darauffolgenden Jahre waren nicht unbedingt einfacher. Es folgten wieder Krankenhausaufenthalte, eine lebensbedrohliche Beinwunde und ein harter Kampf gegen Depressionen. Es gab Momente, in denen ich mich verloren fühlte, als ob alles über mir zusammenbricht. Die Einsamkeit, die Dunkelheit – das alles war real und schwer. Doch in diesen Momenten habe ich auch erkannt, wie wichtig es ist, sich selbst nicht aufzugeben. Manchmal musste ich mich regelrecht zwingen, nach vorne zu blicken, auch wenn der Weg unklar und unsicher war.
Heute, hier und jetzt, bin ich nicht nur jemand, der im Rollstuhl sitzt. Ich bin jemand, der gelernt hat, dass wahre Stärke von innen kommt. Jemand, der durch all die Höhen und Tiefen erkannt hat, dass das Leben – so schwer es auch sein mag – in den dunkelsten Momenten seine Lichtblicke bereithält. Persönlichkeitsentwicklung war und ist mein Schlüssel. Es hat mir geholfen, innerlich zu wachsen, neue Perspektiven zu entdecken und den Mut zu finden, immer wieder aufzustehen.
Auf diesem Blog möchte ich genau diese Erfahrungen mit dir teilen. Nicht aus der Perspektive eines perfekten Lebens, sondern aus der eines jungen Mannes, der weiß, was es heißt, hinzufallen und sich dennoch wieder aufzurichten. Ich hoffe, dass meine Geschichten dir Mut machen, dich inspirieren und dir zeigen, dass du nicht allein bist – egal, wie schwer es manchmal sein mag. Das Leben kann hart sein, ja, aber es gibt immer einen Weg, immer einen Lichtblick, den man finden kann.
Wenn du dich manchmal verloren oder überfordert fühlst, möchte ich, dass du weißt: Du bist nicht allein. Und auch wenn es oft nicht leicht ist, es gibt immer einen Weg nach vorne. Es braucht vielleicht Zeit, Geduld und manchmal auch Hilfe, aber du kannst das schaffen. Ich freue mich, wenn du mich auf dieser Reise begleitest. Schreib mir gerne, wenn du Fragen hast oder dich austauschen möchtest – gemeinsam können wir so viel erreichen.
Danke, dass du hier bist. Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg.